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Produktratgeber

Sicherheitsschuhe: S1 vs S2 vs S3

Auf Baustellen, in der Industrie und im Lager sind Sicherheitsschuhe in Europa Pflicht. Trotzdem sorgen die Klassen S1, S1P, S2 und S3 immer wieder für Verwirrung. Wer falsch wählt, bekommt entweder unbequeme Füße oder eben zu wenig Schutz.

Hier erklären wir die Sicherheitsklassen, vergleichen Zehenschutzkappen und Sohlenmaterialien und helfen Ihnen, den passenden Schuh für Ihren Arbeitsplatz zu finden. Sikkerhedssko er en del af det samlede personlige sikkerhedsudstyr, som også omfatter arbejdshandsker og professionelt arbejdstøj.

Sicherheitsklassen

Was bedeuten S1, S1P, S2 und S3?

Alle Sicherheitsschuhe in der EU richten sich nach EN ISO 20345:2022. Die Klassen bauen aufeinander auf, S3 enthält also alles aus S1 plus zusätzlichen Schutz. Seit 2022 gibt es neue Unterklassen (S1PS, S3S u.a.), die zwischen metallischem und nicht-metallischem Durchtrittschutz unterscheiden.

S1, Basisklasse

Geschlossener Fersenbereich, energieabsorbierende Ferse, antistatisch, Zehenschutzkappe (200 J). Gedacht für trockene Innenbereiche: Lager, leichte Industrie, Montage.

Innenbereich

S1P, mit metallischem Durchtrittschutz

Alles aus S1, dazu eine metallische durchtrittsichere Zwischensohle (getestet mit 4,5 mm Nagel). Typisch für Baustellen, Abbrucharbeiten und überall dort, wo Nägel oder scharfe Teile am Boden liegen.

Nagelschutz

S1PS, nicht-metallischer Durchtrittschutz

Alles aus S1, dazu eine nicht-metallische durchtrittsichere Zwischensohle (getestet mit 3,0 mm Nagel, also verschärft). Leichter und flexibler als S1P. Beispiel: Bicap AKIRA LOW mit Aluminium-Zehenschutzkappe und BI-SAFE Textileinlage.

Metallfreier Nagelschutz

S2, wasserabweisend

Alles aus S1, dazu wasserabweisendes Obermaterial (WPA). Für Arbeiten draußen und in feuchten Umgebungen, allerdings ohne Durchtrittschutz in der Sohle.

Wasserabweisend

S3, Komplettschutz (metallisch)

Hier kommt alles zusammen: wasserabweisendes Obermaterial, metallische durchtrittsichere Zwischensohle (4,5 mm Nagel), grobprofilierte Außensohle. Für Baustellen, Straßenbau und schwere Arbeiten im Freien.

Komplettschutz

S3S, Komplettschutz (nicht-metallisch)

Wie S3, aber mit nicht-metallischem Durchtrittschutz (getestet mit 3,0 mm Nagel). Leichter, flexibler, und der Schuh passiert Metalldetektoren. Beispiel: Bicap KAMI MID mit Nubuk-Leder und BI-SAFE Textileinlage.

Metallfreier Komplettschutz

Sicherheitsklassen im Vergleich

Vergleich

S1 vs S1P vs S2 vs S3, die Übersicht

Die Tabelle zeigt Ihnen auf einen Blick, worin sich die Klassen unterscheiden.

Eigenschaft S1 S1P S1PS S2 S3 S3S
Zehenschutzkappe (200 J)
Antistatisch
Energieabsorbierende Ferse
Geschlossener Fersenbereich
Metallischer Durchtrittschutz (P)
Nicht-metallischer Durchtrittschutz (PS)
Wasserabweisendes Obermaterial (WPA)
Grobprofilierte Außensohle

Schutzniveau pro Klasse

Zehenschutzkappe

Stahl vs. Aluminium vs. Verbundstoff-Zehenschutzkappe

Jeder Sicherheitsschuh hat eine Zehenschutzkappe, die 200 J Stoß und 15 kN Druck aushält. Das Material macht aber einen echten Unterschied bei Gewicht, Komfort und Kälteleitung. Drei Typen stehen zur Wahl.

Stahl-Zehenschutzkappe

  • Günstigste Variante
  • Dünnes Profil, passt auch in schmale Modelle
  • Am schwersten
  • Leitet Kälte und Wärme

Aluminium-Zehenschutzkappe

  • Sehr leicht, deutlich leichter als Stahl
  • Amagnetisch, beeinflusst keine Metalldetektoren
  • Bicap setzt auf pressgeformtes BI-ALLOY (~56 % recyceltes Aluminium) in der GROOV'UP-Serie
  • Teurer als Stahl

Verbundstoff-Zehenschutzkappe

  • Bis zu 50 % leichter als Stahl
  • Keine Kälteleitung, also bessere thermische Isolierung
  • Komplett metallfrei, passiert Metalldetektoren
  • Etwas dickeres Profil

Unsere Empfehlung

Greifen Sie im Alltag zu Aluminium oder Verbundstoff. Beide sind deutlich leichter als Stahl und über einen ganzen Arbeitstag hinweg spürbar bequemer. Stahl lohnt sich eigentlich nur bei Großbestellungen.

Branchenratgeber

Welche Klasse für welche Branche?

Was Sie brauchen, hängt halt von Ihrem Arbeitsplatz ab. Hier unsere Empfehlung nach Branche.

Branche Empfohlene Klasse Begründung
Baustelle S3 Nägel, Wasser, unebenes Gelände
Lager & Logistik S1 / S1P Trocken, innen, schwere Lasten
Werkstatt & Industrie S1P / S3 Metallspäne, Öl, scharfe Gegenstände
Lebensmittel & Pharma S2 Feuchtigkeit, Reinigung, Hygieneanforderungen
Außenanlagen & Straßenbau S3 Feucht, uneben, Durchtrittsrisiko
Elektrikerarbeiten S1PS ESD-Sicherheit, trockene Umgebung, metallfreier Schutz
Elektronik & ATEX S1PS / S3S ESD Kontrollierte Ableitung statischer Elektrizität, explosionsgefährdete Bereiche

Sicherheitssymbole

Was bedeuten die Symbole auf Sicherheitsschuhen?

Neben der Klasse tragen Sicherheitsschuhe oft Kürzel für Zusatzeigenschaften. Hier die wichtigsten Symbole, die Sie auf Bicap-Schuhen und anderen Modellen finden.

FO, ölbeständige Sohle

Die Sohle hält Kohlenwasserstoffen stand (Kraftstoff, Öl). Bei den meisten professionellen Sicherheitsschuhen schon Standard.

SR, Rutschfestigkeit

Die Sohle wird auf Keramikfliesen mit Glycerin getestet. Gerade in nassen und glatten Umgebungen wichtig.

HRO, Kontaktwärmeschutz

Die Sohle hält kurzen Kontakt mit heißen Oberflächen aus. Relevant bei Schweißarbeiten, in Gießereien und heißen Arbeitsumgebungen.

CI, Kälteisolierung

Der Sohlenaufbau isoliert gegen Kälte von unten. Für Außenarbeiten im Winter und Kühlräume.

HI, Wärmeisolierung

Der Sohlenaufbau isoliert gegen Wärme von unten. Für Arbeiten auf heißen Oberflächen.

WR, wasserdicht (ganzer Schuh)

Der komplette Schuh ist wasserdicht, also stärker als nur WPA (wasserabweisendes Obermaterial). Für dauerhaft nasse Arbeitsbedingungen.

ESD/EPA, elektrostatische Entladung

Der Schuh leitet statische Elektrizität kontrolliert über spezielle Sohlen und Einlagen zur Erde ab. Pflicht bei Arbeiten mit Elektronik und in ATEX-Bereichen (explosionsgefährdete Zonen). Nicht zu verwechseln mit antistatisch (A), das bei allen S1+-Schuhen ja schon Standard ist.

Komfort

Tipps für bequeme Füße den ganzen Tag

Einlegesohlen

Tauschen Sie die mitgelieferte Sohle gegen eine ergonomische Einlegesohle. Das macht wirklich einen spürbaren Unterschied bei Fuß- und Knieermüdung.

Richtige Größe

Probieren Sie Sicherheitsschuhe am besten abends an, wenn der Fuß am größten ist. Vor den Zehen sollten gut 1 cm Platz bleiben.

Einlaufzeit

Neue Sicherheitsschuhe brauchen 3 bis 5 Tage zum Einlaufen. Fangen Sie mit kürzeren Perioden an und steigern Sie dann auf den ganzen Tag.

Pflege

Schuhe nach dem Tragen trocknen lassen. Ledermodelle regelmäßig mit Lederfett behandeln. Bei täglichem Gebrauch sollten Sie die Schuhe alle 6 bis 12 Monate wechseln.

FAQ

Fragen und Antworten

Beide haben eine durchtrittsichere Zwischensohle. S3 bietet aber zusätzlich wasserabweisendes Obermaterial und eine grobprofilierte Außensohle. S1P ist also für trockene Umgebungen gedacht, S3 für nasse und Außenbereiche. Seit der 2022-Norm gibt es auch S1PS und S3S mit nicht-metallischem Durchtrittschutz, die leichter und flexibler sind.

Nein. Verbundstoff- und Aluminium-Zehenschutzkappen bestehen denselben EN ISO 20345:2022-Test (200 J Stoß, 15 kN Druck). Bicap setzt in der GROOV'UP-Serie auf pressgeformtes Aluminium (BI-ALLOY), das sehr leicht und amagnetisch ist. Verbundstoff ist komplett metallfrei und passiert Metalldetektoren.

Bei täglichem Gebrauch wohl alle 6 bis 12 Monate, je nach Verschleiß. Prüfen Sie regelmäßig die Sohle auf Abnutzung, die Zehenschutzkappe auf Verformung und die Nähte auf Auflösung.

In der Regel nein. Die meisten Baustellen verlangen mindestens S1P/S1PS (Durchtrittschutz) oder S3/S3S (Komplettschutz). Schauen Sie immer in die Gefährdungsbeurteilung Ihres Arbeitsplatzes.

Antistatisch (A) ist bei allen S1+-Schuhen Standard und leitet statische Elektrizität allgemein ab. ESD/EPA geht einen Schritt weiter: spezielle leitfähige Einlegesohlen und Materialien sorgen für kontrollierte elektrostatische Entladung. ESD brauchen Sie bei empfindlicher Elektronik, in ATEX-Bereichen (explosionsgefährdete Zonen) und in Reinräumen. Beispiel: Bicap RONIN LOW ESD mit DAMPER PRO ESD-Einlegesohle.

Die 2022er-Fassung trennt jetzt klar zwischen metallischem und nicht-metallischem Durchtrittschutz: P (metallisch, 4,5 mm Nagel), PL (nicht-metallisch, 4,5 mm Nagel) und PS (nicht-metallisch, 3,0 mm Nagel, also verschärft). Daraus ergeben sich Klassen wie S1PS, S3S und S3L. Die meisten modernen Schuhe, etwa Bicaps GROOV'UP-Serie, nutzen heute die PS-Klassifizierung mit Textileinlagen.

FO heißt: Die Sohle ist beständig gegen Kohlenwasserstoffe (Kraftstoff, Öl). SR heißt: Die Sohle ist auf Rutschfestigkeit geprüft. Beides gehört bei den meisten professionellen Sicherheitsschuhen zum Standard. Alle Bicap GROOV'UP-Modelle tragen z.B. die Kennzeichnung S3S FO SR oder S1PS FO SR.

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